UNKONTROLLIERT

Zusammenfassung unzusammenhängender Geschehnisse, vorgetragen in einem sehr drögen, leicht arroganten Stil, der dem Zuhörer die Langeweile in den Adern gefrieren lässt und Mädchen aller Altersklassen dazu bringen soll, sich auf mein Gesicht zu setzen, damit ich endlich den Mund halte

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Ohne Brille empfinde ich meine Umwelt wie ein Gemälde von van Gogh. Es gibt keine Konturen, dafür ineinander fließende Eindrücke. Das Rathaus ist rot. Der Rasen ist grün. Der Himmel ist blau. Nur vereinzelt malen Ufos homöopathische Chemtrails in das Azur, um die Bevölkerung mit ADHS zu beeinträchtigen. Es stehen sehr viele Blumen herum. Ein nacktes Kind planscht in einem Springbrunnen. Ich sollte es anzeigen. An den Tischen vor dem Ost-Restaurant sitzen Putinversteher, schlabbern Soljanka und zutschen dann die Zitronenscheiben aus. Vorsorge mit Vitaminen. In der Stadt grassieren die Masern. Vielleicht aber auch nur Sommersprossen. Ich trinke das Quecksilber aus dem Fieberthermometer, das mir von einem Impfgegner hergehalten wird. Endlich einmal jemand, der etwas von Medizin versteht.

Als ich mich dir nähere, betrachte ich deinen Arsch. Er hat meine volle Aufmerksamkeit. Deine Aufmerksamkeit hingegen ist auf zwei Tiefbauarbeiter gerichtet, die ihre Rohre in willige Erdlöcher verlegen. Die Rothschilds bauen die Valiumversorgung aus, damit es keine Revolution gibt. /gähnend /Revolution, wenn ich das schon höre./ Der Pimkie-Laden spuckt Teenagergirls aus, von denen jedes daherstolziert wie die Kackwurst von Heidi Klum. Sie haben Gesichter wie Schweinswale. Wenn ich mir bei Pimkie einen rosa Anorak kaufen würde, hättest du bestimmt gesteigertes sexuelles Interesse an mir. Ich finde geil, dass du nicht rasiert bist. Rasierte Muschis verletzen mich in meiner Menschenwürde. Man muss nicht alles machen, nur weil es die Rothschilds so wollen. Es genügt völlig, wenn man ein als Mensch getarntes Reptil ist, das mit ganzem Herzen das Eschaton der Menschheit mittels völliger Verblödung verfolgt. Oder wenn man in die CDU eintritt. Auch das genügt. Da muss sich niemand die Muschi rasieren. Ich kenne einen Mann, der rasiert sich sogar den Sack, wenn man den mal aus den Augen verliert, muss man nur der Blutspur folgen.

Als wir uns umarmen, lege ich meine Hände auf deine Hüften. Dann schiebe ich Finger nach Finger abwärts, bis ich deine Arschbacken voll umfassen kann. Du duftest nach Vanille. Du sagst, deswegen, weil Männer es mögen, wenn Frauen nach Mutti riechen. Ich kann so viel von dir lernen. Vier Stunden lang knete ich deinen Arsch. Dann gehst du, zufrieden, wie ich hoffe.

Gerade rechtzeitig erreiche ich das Büro der Tageszeitung. Ein Vetreter der Lügenpresse möchte ein Interview mit mir führen. Wie ich das mache. Ein junger Poet aus Berlin, jeden Abend Drogen im Überfluss, ein Penthouse in Weissensee, ein Fuhrpark mit Oldtimern aus der DDR-Zeit und jede Menge gebildete, attraktive und wohlerzogene Mädchen, die sich mir aufs Gesicht setzen wollen, damit ich endlich den Mund halte. Dieses vulgäre Reporterschwein! Ich spucke ihm das Quecksilber in die Augen. Soll er mal sehen, wie sich das anfühlt, wenn die Umgebung aussieht, wie ein Gemälde von Pollock.

Zufrieden gehe ich in den Abend. Diese Stille, als wenn man sie atmen könnte. Diese unglaubliche Stille, nur unterbrochen vom ohrenbetäubenden Wummern aus dem Multiplexkino, den Feuerwehrsirenen, dem Presslufthammer im Rothschild-Loch, dem Kreischen eines nackten Kindes, das von Polizisten in eine Minna geworfen wird, der entgleisenden Straßenbahn, den ADHS-Ausbrüchen einer Horde Teenager in Pimkielumpen und dem Wimmern eines einsamen alten Hundes, der seinen Pinkelbaum vermisst, wo jetzt das Einkaufszentrum steht.

Mit großer Liebe und Zuversicht sehe ich in das Rund, öffne meinen Hosenstall und lasse den Wind durch meine Sackbehaarung streichen. Ein wohliger Schauer rinnt über meinen Rücken, und als ich all das Chaos hinter mir lasse, ist nur ein Gedanke, der bleibt:

Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen.

 

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