UNKONTROLLIERT

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Da stelle ich die Tasse auf den Tisch und sage, dass ja wohl ganz allgemein immer zu wenig differenziert werde, und dann stelle ich die These zum Disput, dass Schnee nur deshalb als schön empfunden wird, weil der Mensch erstens einen Archetypen mit sich herumträgt, der sagt: Wenn Schnee fällt, dann können wir leichter den Spuren von Rehen folgen und haben am Abend Gulasch, und zweitens, weil besonders in der Stilepoche der Romantik, während jener Liebe mit Besitz gleichgestellt wurde und es immer hieß: Du mein, Ich dein, Dichter und Sänger das diffuse Gefühl kommender Völlerei nicht bis in seine letzten Tiefen reflektiert und stattdessen auf halbem Weg aufgehört haben, darüber nachzudenken, nämlich kurz bevor sich Schönheit (also eine Harmonie innerhalb von Verhältnissen) und Gut (also ein Plus an Haben) voneinander trennen und jedes sein eigener, wahrhaftiger Bereich wird. Man kann sich Schminke über den Schnee denken, aber man tut der Schönheit damit Unrecht an. Der reinen, einzigen, unteilbaren, echten Schönheit, der Schönheit, die mit Beschönigung nichts zu tun hat.

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